Theodor Eichberger (1835-1917)


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Mainzer Narrheit

Mel.: Die Wacht am Rhein

1.

Es braust ein Ruf mit Jubelschall,
Herbei, herbei zum Carneval!
Narrhalla, schon so lang vermißt,
Jetzt wieder neu erstanden ist!
:,: Lieb goldig Mainz, kannst lustig sein :,:
:,: Stets wird die Narrethei in dir gedeih'n :,:

2.

Die Einheit wird jetzt offenbar,
Wir steh'n getreulich, Narr an Narr;
Sind wir auch nicht Milliarden reich,
Wir zahlen doch Quartiergeld gleich.
:,: Lieb goldig Mainz etc. etc.

3.

Ob Fortschrittsmann, ob Demokrat,
Ein jeder seinen Sparren hat;
Dem Ultra selbst der Communist
Zur Narrheit stets willkommen ist.
:,: Lieb goldig Mainz etc. etc.

4.

Sankt Christoph ist ein böser Mann,
Wollt' keine frommen Leut' mer ha'n;
Doch wenn man auch genau nur wüßt',
Ob Keiner jetzt mehr dorten ist?
:,: Lieb goldig Mainz etc. etc.

5.

Die Narrheit wird nicht untergeh'n,
So lang noch uns're Mauern steh'n;
Und tritt die Stadterweit'rung ein,
Dann zieht noch mancher Narr herein!
:,: Lieb goldig Mainz etc. etc.

6.

Drum lebe hoch die Narrethei!
Sie ist allein noch steuerfrei;
Die Narrheit ist bei uns zu Haus,
Sie macht den städt'schen Reichthum aus!
:,: Lieb goldig Mainz etc. etc.

Theodor Eichberger: Mainzer Narrheit
Mainzer Carneval-Verein: Lieder zur I. General-Versammlung am 3. Januar 1873


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