Theodor Eichberger (1835-1917)


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An unsere lieben Närrinnen

Mel.: Dort wo der Rhein etc.

Willkommen liebe Damen bei uns Narren,
Wir fühlen uns auf's Närrischste beglückt!
Und haben wir auch manchmal unsern Sparren,
Von Euch Ihr Holden, sind wir stets entzückt!
:,: Es ist die Lieb'
Ein närr'scher Trieb;
Er ziehet unsern Sinn :;:
Stets zu Euch lieben Närrchen hin! :;:

Wenn's Brüderchen sieht in der Wiege liegen
Sein Schwesterchen, wie's strampelt voller Lust;
Da fasst es schon ein närrisches Vergnügen,
Es herzt und drückt es an die kleine Brust;
:,: Es nimmt's ganz sacht,
- Das Kindchen lacht -
Schlägt ihm die Tücher um,
Und schleppt es in der Stub' herum! :,:

Bevor er noch im bunten Rock geschworen,
Da knüpft er schon, wenn's geht, Bekanntschaft an;
Führt auch getreulich heim, die er erkoren:
Die Lieb', die Narrheit hat's ihm angethan.
:,: Als Ehemann
Sieht man ihn dann
Daher spazieren, keck
Mit seinem häuslichen Gepäck! :,:

Drum wollen wir die Damen hoch verehren,
Und stets erwerben ihre närr'sche Huld,
Dass sie vertrauen unsern weisen Lehren,
Und tragen uns're Narrheit mit Geduld.
:,: Drum lebet hoch!
Drum lebet hoch!
Ihr lieben Damen all',
Wir grüssen Euch zum Carneval! :,:

Theodor Eichberger: An unsere lieben Närrinnen
In: Mainzer Carneval-Verein: Lieder zur Damensitzung im Theater am 23. Januar 1874


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