Theodor Eichberger (1835-1917)


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Gruss den Damen.

Mel.: Die Wacht am Rhein

Es braust ein Ruf voll Jubelschall:
Willkommen auf dem Narrenball!
Die Seide rauscht, die Bänder weh'n,
Es grüßt der Kappen Schell'ngetön;
:,: Wir grüßen Euch Ihr Damen all! :,:
:,: Seid hoch willkommen uns zum Carneval! :,:

Das närr'sche Kind so süss und hold
Dem Narren seinen Beifall zollt;
Und hat sich's einen Narr'n erwählt,
Ihn dennoch nicht zum Narren hält!
:,: Wir grüssen etc.

Die Frau, die sich darüber freut,
Wenn sich der Mann der Narrheit weiht;
Und kehrt er heim in später Nacht,
Ihm freundlichst dann entgegen lacht!
:,: Wir grüssen etc.

Und die Matrone, die entzückt
Noch auf die Narrheit niederblickt,
Die sie erinnert wunderbar,
Wie sie einst jung und närrisch war!
:,: Wir grüssen etc.

Weil unser Frauenlob einst sang 1
Der Frauen Lob mit hellem Klang,
D'rum woll'n wir Narren im Verein
Zeitlebens Frauenlober sein!
:,: Wir grüssen etc.

D'rum braust ein Ruf voll Jubelschall:
Willkommen auf dem Narrenball!
In uns'rer alten Narrenstadt,
Die so viel' liebe Närrchen hat!
:,: Wir grüssen etc.

1  "Frauenlob" war der Beiname des mittelalterlichen Dichters Heinrich von Meißen (ca. 1250-1318); dieser verbrachte seine letzten Lebensjahre in Mainz und wurde im Mainzer Dom beigesetzt.

Theodor Eichberger: Gruss den Damen
Mainzer Carneval-Verein: Lieder zur Damensitzung am 22. Januar 1875


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