Theodor Eichberger (1835-1917)


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Vivat Concordia!

Mel.: Es steht ein Wirthshaus an der Lahn.

Es gibt zu Sel'genstadt am Main
Gar einen fröhlichen Verein.
:,: Die Eintracht stets zu preisen
Ist er bestrebt und wird mit Recht
Concordia geheißen. :,:

Wenn auch der erste Präsident
Als etwas früher kommen könnt',
:,: Seh'n wir doch mit Frohlocken,
Daß er a1s würd'ges Oberhaupt
Bleibt um so länger hocken!

Und wenn der zweite Präsident
Nach Mainzer Art als gerne "schennt",
:,: Geschieht's in der Erhitzung;
Er thut dafür auch präsidir'n
In jeder Narrensitzung. :,:

Wohl ist dem ersten Sekretär
Das Protokollbuch viel zu schwer,
:,: Drum kann er's nicht mitbringen!
Wahrscheinlich steht zuviel darin:
Thut lieber Couplets singen. :,:

Der neue zweite Sekretär
Hat an Vereinslast als noch mehr!
:,: Das will ja gar nicht enden;
Hat wohl ein Dutzend Stellen schon
In den Vereinsvorständen. :,:

Die Kasse des Vereins bewacht
Treu der Kassierer Tag und Nacht!
:,: Daß sich kein Dieb getraut daran,
Heißt's immer: Null von Null geht auf;
Ja, dem Kassierer traut man. :,:

Der Inventarverwalter war
Das früher schon so manches Jahr.
:,: Fest ist auf ihn zu zählen
Er rührt vom Inventar nichts an,
Drum thät man neu ihn wählen! :,:

Ja, unser fröhlicher Verein
Soll weiter blühen und gedeih'n;
:,: Soll wacker vorwärts streben -
Auf nehmt die Gläser all zur Hand:
Hoch soll Concordia leben! :,:
Hoch! Hoch! Hoch!

Theodor Eichberger: Vivat Concordia!
Seligenstadt, 1896. In: Gesellschaft Concordia. Lieder zur carnevalistischen Damen- & Herrensitzung im Saale "Zum Frankfurter Hof" am Sonntag, den 26. Januar 1896.


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