Theodor Eichberger (1835-1917)


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Schnitzspähne (1), Moguntia 33/1875

[Der neue Dampfkran]

Gottlob, die goldig Zeit kimmt wieder,
For unser gutes Meenz, Juchhe!
Es drückt und ferner nix mehr nieder,
Mir hewe Alles in die Höh'!

Dann en Dampfkrahne werd, en neuer,
Jetzt angeschafft for schweres Geld,
Un is er aach e bische dheier,
Er hebt aach, was des Zeug nor hält.

Un alle Laste, die uns drücke,
Ob Steuern oder Umlagschein,
Die wer'n zu unserm groß' entzücke
Bald wunnerschnell gehowe sein!

Un dhun sich Mißständ irgend zeige,
Un sein am end gar Zweifel do,
Was solle die so schnell entweiche:
Mir hewe se, mir könne's jo!

Mir hewe der Partei'n Zerwürfniß,
Der Handel hebt sich üwer Nacht
Drum wer'n, als dringendes Bedürfniß,
Viel neue Läde jetzt gemacht!

M'r könnt' vielleicht aach noch erlewe,
Daß so en Krahne endlich dhät
Die städtische Finanze hewe;
Wann so e starke Kett' m'r hätt!

Theodor Eichberger: Schnitzspäne.
In: Moguntia. Unterhaltungsblatt zum Neuen Mainzer Anzeiger.
Mainz: Schaefer, Nr 33, 16. Mai 1875


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