Theodor Eichberger (1835-1917)


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Familie

Theodor Eichberger wurde am 28.12.1835 in Mainz als Sohn des Johann Leopold Eichberger und der Martha Brügel geboren.

Der Vater war Soldat der k.k. Österreichischen Armee und damals in Mainz stationiert: Nach der Revolution in Frankreich 1792 war Mainz wiederholt von französischen Revolutionstruppen besetzt worden, und Ende 1797 - im Frieden von Campo Formio zwischen Österreich und Frankreich - zusammen mit dem deutschen Gebiet links des Rheins schließlich Frankreich zugesprochen worden. Am 17. Februar 1800 war Mainz, das sich nun Mayence nannte, mit seinem Umland zu dem französischen Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) gemacht worden. Nach dem Abzug Napoleons im Jahr 1814 war Mainz wieder deutsch geworden und 1816 zusammen mit der Provinz Rheinhessen dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt zugefallen. Als das wichtigste Bollwerk des Deutschen Bundes gegen Frankreich war Mainz seit 1816 mit einer Garnison aus preußischen und österreichischen Truppen belegt; diese hatte gewöhnlich eine Stärke von 6.000 und in Krisenzeiten auch bis zu 21.000 Soldaten, die sich zu den rund 30.000 zivilen Einwohnern der Festungsstadt gesellten.

Theodors Mutter, Martha Brügel, war ab 1846 mit dem Steinmetz Nik. Haber verheiratet. Die Famile wohnte in der Nähe des Holzturms zunächst in der Schlossergasse 14 (Litera B 150), später in der Bocksgasse 5 (Litera A 89) in Mainz. Nach dem Ableben des Steinmetz Haber trat Theodors Mutter später, 1868, in den Ehestand mit dem Zeugschmied u. Schlosser Johann Jungfermann.

Im Mainzer Dom vermählte Theodor Eichberger sich im Oktober 1861 mit Arnoldine Gertrud Schlüter; Aus dieser Ehe ging 1867 Sohn Theodor hervor und 1870 Tochter Elisabeth, die später in den Jahren 1881 und 1884 im Zusammenhang mit zwei Festlichkeiten der Seligenstädter Gesellschaft Concordia erwähnt wird.

Die erste Hälfte seines Lebens brachte Th. Eichberger in Mainz zu; in jungen Jahren wohnte der Bildhauer im Mitternachtsreul (ungefähr an der Stelle, wo heute das "Haus der Jugend" steht), um das Jahr 1870 in der Schlossergasse und in den frühen 70er Jahren in der Pfaffengasse; 1875 sattelte er auf den Kaufmannsberuf um und verlegte seinen Wohnsitz nach Seligenstadt (25 km südöstlich von Frankfurt am Main), wo er eine Schuhwarenhandlung führte und auch seinen Lebensabend als Privatier verbringen sollte. Ehefrau Arnoldine verstarb im Juni 1882 in Seligenstadt und wurde in Mainz beigesetzt.

Fast 50jährig ging Theodor Eichberger im April 1885 die Ehe ein mit Regina Fleckenstein aus Bad König im Odenwald, verwitwete Mischler, die mit ihren drei Söhnen ebenfalls in Seligenstadt lebte. Aus dieser Ehe gingen wiederum zwei Söhne und eine Tochter hervor: Heinrich Rudolf (1885-1974, der Urgroßvater des Verfassers), Robert Heinrich (1887-1971) und Regina (1888- ), die später in die Familie Geis überging.

Familienfoto von 1897: Regina und Theodor Eichberger mit Kindern: 
Robert Heinrich, Regina und Heinrich Rudolf
Familienfoto von 1897: Regina und Theodor Eichberger mit Kindern
Robert Heinrich, Regina und Heinrich Rudolf

Eine Eigenheit von Theodor Eichberger war, dass er zwar keinen Ehering trug, stattdessen aber am linken Zeigefinger einen auffällig breiten Goldring mit einem großen Edelstein (zu sehen auf dem Familienfoto oben).

Die Söhne Rudolf und Robert hatten in Gießen studiert und waren als Volksschullehrer an Schulen in zwei benachbarten rheinhessischen Dörfern in der Gegend um Alzey beschäftigt. Im 1. Weltkrieg wurden sie zum Militärdienst ins Kaiserliche Heer einberufen, überstanden aber beide den Krieg ohne nennenswerte Schäden; ein "Heimatschuss" in der Form eines Schulterdurchschusses entließ Rudolf vorzeitig aus dem Krieg.

Rudolf war zunächst Lehrer in Flonheim und ließ sich 1929 nach Gonsenheim bei Mainz versetzen, wo er eine Stelle an der Maler-Becker-Schule annahm. Rudolfs Sohn, Theodor Robert Eichberger (1910-1995), promovierte 1934 im Fach Biologie mit seiner aufsehenerregenden Arbeit Über die "Lebensdauer" isolierter Tonoplasten; er war bis 1972 als Lehrer für Chemie, Biologie und Mathematik an verschiedenen Schulen tätig, u.a. vor Kriegsbeginn in Rotterdam und ab 1950 am Frauenlob-Gymnasium in Mainz.

Theodors jüngerer Sohn Robert blieb bis zu seiner Pensionierung Lehrer in Armsheim. Sein Sohn Theodor (1926-2003) sollte sich als Armsheimer Heimatforscher einen Namen machen und auf diesem Gebiet auch diverse Schriften veröffentlichen; ihm verdanken wir einen Großteil der Informationen, die uns über seinen gleichnamigen Großvater überliefert sind.



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