Theodor Eichberger (1835-1917)


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Die Eltern

"Besonders behagte es in Mainz den Österreichern, denn heiter, gemütlich und lebensfroh, paßten sie leicht der rheinischen Art sich an. Ob sie unter den Klängen des Radetzkymarsches, frische Laubzweige an den Tschakos, von der Parade heimkehrten, oder am Frohnleichnamstage als Ehrengeleite der Prozession Salven abfeuerten, ob die Offiziere bei den trefflichen Anlage-Konzerten ihrer Kapelle promenierten, oder die Soldaten, hübsche Mädels am Arm, nach Zahlbach oder abends durch den Schlangenweg wandelten, überall waren sie gern gesehen und wohlgelitten."

(Alfred Börckel)

Johann Leopold Eichberger war Kanonier im k.k. österreichischen 1. Feldartillerie-Regiment; er stammte aus dem Berauner Kreis in Böhmen. Am 16.05.1808 war er in Slap (heute: Slapy) an der Moldau als Sohn des Josef Eichberger und der Theresia Matousek geboren worden. Josef Eichberger war Schloss-Schreiber auf Schloss Slap. Johann Leopolds Mutter stammte aus Zbirow (heute Zbiroh, 40 km südwestlich von Prag) und war eine Tochter des Josephus Matauschek, dem "ersten hohen Würdenträger der Stadt Zbiroh".

Das Mädel am Arm des österreichischen Soldaten Eichberger in Mainz war die 16jährige Martha Brügel (1818-1905), Tochter des Mainzer Maurergesellen Johann Georg Brügel. Die Brügels wohnten damals in der Hinteren Bleiche 33 (Litera E 163). Wir wissen nicht, ob der Österreicher und das Mädchen jemals nach Zahlbach gewandelt sind; wir können aber mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass die beiden an den Abenden des Frühjahrs 1835 den Schlangenweg vorgezogen haben. Der Schlangenweg lag direkt hinter der Mainzer Stadtgrenze und markierte den Anfang des Gartenfelds; mit seinen vielen Windungen und dichtem Gebüsch allenthalben war der Schlangenweg der Ort im alten Mainz, an dem junge Paare ungestört die Natur genießen konnten; Ende des Jahres 1835 kam Theodor zur Welt. Rund ein halbes Jahrhundert später, 1884, sollte Theodor in einem Carnevalsvortrag die besondere Bedeutung des ehemaligen Schlangenwegs im Gartenfeld noch einmal hervorheben.



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