Theodor Eichberger (1835-1917)


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Fastnacht 1885-1886

1885

Auf der vierten Sitzung des Humoristischen Thierkreis in Mainz Anfang Februar 1885 hielt Theodor Eichberger seinen Vortrag "Über das, was Alles schun do war"; diese Rede trug er auch auf der 3. Sitzung des MCV vor.

In Offenbach trat er wieder beim Sängerverein auf; im Folgenden der Bericht über den Humoristischen Herren-Abend des Offenbacher Sängervereins am 17. Februar 1885:

- (Humoristischer Herren-Abend des Sänger-Vereins.) In einem mit carnevalistischen Emblemen geschmückten Vereinslocal "Zum großen Colleg" brachte gestern Abend von 6 Uhr ab der hiesige Sänger-Verein seiner närrischen Hoheit, dem Prinzen Carneval, seine Huldigungen dar und waren die activen wie passiven Mitglieder des Vereins in großer Zahl erschienen. Nachdem die Capelle unter Leitung ihres in ungeahnter Lockenfülle prangenden Dirigenten den Kamerun-Marsch vorgetragen, begrüßte Herr Galette die erschienenen Narren und forderte sie auf, das in Druck vorliegende von Herrn Th. Eichberger aus Seligenstadt verfaßte Narren-Reichstagslied zu singen. Nach Beendigung des Liedes wurde der Verfasser stürmisch gerufen und kam dann abermals eine Piece zum Vortrag. Das hierauf folgende komische Quartett, dargestellt durch die Herren Niederreuther, Greiß, Zimmermann und Ortmann versetzte die Anwesenden in die heiterste Laune und erntete rauschenden Beifall. Mit der Soloscene: "Der alte Comoediant" legte sodann Herr Fink große Ehre ein und applaudirten die Narren ohne Ende. An einen mit großem Beifal aufgenommenen Solo-Vortrag des trefflichen Baritonisten, Herrn Greiß, schloß sich der von den activen Mitgliedern des Vereins vorgetragene Chor: "'s Herzklopfen", dem alsdann ein von geistreichem Humor und rechter Narrenlaune gewürzter politisch-humoristischer Vortrag des Herrn Eichberger folgte, welcher das närrische Auditorium nicht aus dem Lachen kommen ließ. Für seinen hübschen Gesangsvortrag erntete Herr Christian Merk den lauten Beifall der Anwesenden, welche alsdann in gemeinsamem Chor das "Angra-Pequenna-Lied" sangen. Und so ging's weiter; humoristische und gesangliche Vorträge folgten einander in bunter Abwechslung und wollen wir noch besonders hervorheben: ein komisches Terzett, vorgetragen durch die Herren Niederreuther, Greiß und Zimmermann, die beiden komischen Vorträge des Herrn Fink, "Romantisch" und "Der alte Geiger Franz", die humoristische Schilderung der Freuden des Land- und der Leiden des Stadtlebens durch Herrn Eichberger, das komische Couplet des Herrn Niederreuther und den mit großer Vehemenz gepaukten und gesungenen Sängermarsch "Rappel de Rautsch". Ganz besonderen Beifall fand die berühmte Tingeltangel-Gesellschaft, deren verspätetes Erscheinen durch Hängenbleiben der "Elektrischen" vollständig entschuldigt war. Diese Darstellung war ganz vorzüglich gelungen und wurde stürmisch applaudirt. Herr Galette brachte alsdann allen denen, die zum Gelingen des Abends beigetragen, insbesondere den Herren Fink und Eichberger, ein dreifaches Hoch aus. Herr Kreisrath Hallwachs toastete auf die Herren Galette und Klein, als die Arrangeure, Herr Thönen auf Herrn Kreisrath Hallwachs. Um 2 Uhr war das offizielle Programm zu Ende, aber keineswegs die Festlichkeit, denn die Narren blieben treu dem auf der Narrenzeitung aufgedruckten Motto: "Heut geh'n mer wieder mol gar nit ham."

(Offenbacher Zeitung Nr. 42 vom 19. Februar 1885)

Ausschnitt aus der Narrenzeitung
Das Motto auf der Offenbacher Narrenzeitung


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