Theodor Eichberger (1835-1917)


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Theodors Geburt

Mittwoch, der 30. Dezember 1835, gegen acht Uhr in der Früh'. In der düsteren Morgendämmerung des kalten Wintertages stapfen drei österreichische Soldaten durch die schneebedeckten und engen Gassen der Festung Mainz; es sind der Korporal Müller und die beiden Kanoniere Sladkowsky und Eichberger. Letzterer hält ein kleines weißes Bündel an seine Brust gepresst, welches zuweilen in Schreikrämpfe verfällt. Immer wieder unterbrechen die Herren ihren Lauf und suchen das Neugeborene durch gutes Zureden oder sanftes Schütteln zu beruhigen.

Eilenden Schrittes nähern sich die drei prächtig uniformierten Rauhbeine jetzt der Zivilverwaltung der Festungstadt ...

Geburtsregister Nr. 1393 des Jahres 1835 im Standesamt Mainz

Im Jahre eintausend achthundert fünf und dreißig, den dreißigsten Dezember um acht Uhr des Vor Mittags ist vor mir, Johann Baptist Heinrich, Civilstandsbeamten der Gemeinde Mainz, Kanton von Mainz, Johann Leopold Eichberger, Oberkanonier in dem kaiserlich königlich österreichischen ersten Feldartillerie Regiment, siebenundzwanzig Jahre alt, geboren zu Slapp im Berauner Kreis in Böhmen, zu Mainz in Garnison, erschienen und hat mir erklärt, daß den achtundzwanzigsten Dezember achtzehnhundert fünf und dreißig um zwei Uhr des Mittags in dem auf der Roße gelegenen, Lit. D. No. 64 [*] bezeichneten Hause Martha Brügel, ohne Gewerbe, siebenzehn Jahre alt, geboren und wohnhaft zu Mainz, mit einem Kinde männlichen Geschlechtes, welches mir der selbe vorgezeigt hat und welchem der Vorname Theodor beigelegt wurde, niedergekommen sei, welches Kind der Deklarant mit der genannten Martha Brügel erzeugt zu haben anerkennt.

Diese Erklärung und Vorzeigung ist in Gegenwart der Zeugen, Johann Müller, Corporal, siebenundzwanzig Jahre alt, und Wenzel Sladkowsky, Kanonier, achtunddreißig Jahre alt, beide vom obenerwähnten Regiment, zu Mainz in Garnison, geschehen, und haben der Deklarant und die Zeugen gegenwärtigen Akt, nachdem ihnen derselbe vorgelesen worden ist, mit mir unterzeichnet.

Der Deklarant

Joh. Leopold Eichberger

Kanonier

Die Zeugen

Joh. Müller

W. Sladkowsky, Kanonier

J. B. Heinrich, Adjunkt,

durch Beschluß des Bürgermeisters vom ersten Januar achtzehnhundert fünf und dreißig delegirt.


 

Scan des Auszugs aus dem Geburtsregister

*  Lit. D 64 nach den alten Mainzer Hausnummern entspricht dem Haus Rosengasse 12. Dort befand sich die Entbindungsanstalt des Schulfonds. An dieser Stelle steht heute die "Römerpassage", und die Rosengasse heißt jetzt "Adolf-Kolping-Straße"



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