An Sie!
Du hängst an meinem Munde!
Mit ewig junger Glut
Bereit zu
jeder Stunde,
So deucht mirs recht und gut.
Ich preß dich und ich drück dich
Und teuer bist du mir!
Dein
glühnder Hauch entzückt mich,
Die Lippe brennt mir schier. -
Schmält immer das Vergnügen,
Wenn keine Schuld euch trifft,
Ich schlürf' in vollen Zügen
Das wonnig süße Gift!
O komm, was sie auch sagen!
Was kümmert uns die Welt,
Wenn
dich mit Wohlbehagen
Mein Arm umfangen hält?
Ob dich mit Grau'n verdammen
Manch tugendsame Fraun,
Dir
weih ich meine Flammen
In wonnigem Vertraun;
Ob deinen Umgang meiden
Die züchtgen Mägdelein:
Du schaffst
mir tausend Freuden,
Du liebe Pfeife mein!
Vermutlich um die Jahrhundertwende verfasst.