Theodor Eichberger (1835-1917)


⌂ Home > Dichter > Gedichte > Gefuehle:

Altes Weh.

Als ich Dich zum Erstenmal gesehen,
Da war es um mein Herz geschehen,
Und als ich Dir tief in's Aug' geblickt,
Da war meine Seele trunken, entzückt.

Doch als ich dich d'rauf im Tanze umfangen,
Wo die Geigen in Wehmut und Wollust klangen,
Wo Du mir im Taumel die Hand gedrückt -
Da war mein Kopf total verrückt!

- Seitdem ich Dich aber beharrlich gemieden,
Ist auch mein armer Kopf in Frieden;
Nur wenn ich zuweilen Dich wiederseh',
Da spür' ich im Herzen ein arges Weh. -

Du bist mir auf ewig vergessen, verloren!
Ich hab' mir ein anderes Mädchen erkoren,
Mit dem ich jetzt fröhlich zum Tanze geh';
Da gehst Du vorbei - Da fühl' ich das Weh!

Theodor Eichberger: Altes Weh.
In:Moguntia Nr. 6, III. Jg., vom 7. November 1875. Unterhaltungsblatt zum Neuen Mainzer Anzeiger


Portrait| Dichter| Humorist| Bildhauer
Sitemap| Suche| Kontakt
Mainzer Sand Max Ginner M.U.L.E.