Theodor Eichberger (1835-1917)


⌂ Home > Humorist > Mainzer Humoristen:

Franz Xaver Klingelschmitt (1835-1892)

Mainzer Humorist. Carnevalist und Mitherausgeber der Carnevals-Zeitung "Die Philisterpeitsche".
Foto von Franz Klingelschmitt
Franz Xaver Klingelschmitt

Franz Klingelschmitt wurde am 24.09.1835 als Sohn des Tünchermeisters Kilian Klingelschmitt in Mainz geboren. Kilian Klingelschmitt übernahm im Jahre 1857 das Haus mit dem Tüncherbetrieb seines Schwiegervaters, des Tünchermeisters Johann Lieb. Dieses Haus war auf dem Kästrich gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft der Bastion Martin neben dem Gautor in Mainz. Der Turm dieser Bastion, der Martinsturm, diente damals als Pulvermagazin und ist heute noch als "der Pulverturm" bekannt.

Bei der Explosion des Martinsturms am Nachmittag des 18. November 1857 - der Pulverexplosion zu Mainz - traf es die Familie Klingelschmitt schwer: ihr Haus wurde völlig zerstört, Kilian Klingelschmitt wurde von einem Steinblock erschlagen, seine Frau und drei der fünf Kinder erstickten; nur der damals 22jährige Franz und sein achtjähriger Bruder Adam waren zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend und überlebten das Unglück. Franz Klingelschmitt leistete damals seinen Militärdienst in Darmstadt ab. Nach der Pulverturmexplosion wurde er durch den Hessischen Großherzog von seinem restlichen Militärdienst befreit; Klingelschmitt legte die Tüncher-Meisterprüfung ab und eröffnete den Tüncherbetrieb seines Vaters wieder. Vermittels der großzügigen Entschädigung für die Betroffenen der Pulverexplosion konnte er das zerstörte Elternhaus auf dem Kästrich bis 1859 wieder aufbauen.

In der Mainzer Fastnacht beteiligte sich Franz Klingelschmitt aktiv mit Liedern, Gedichten und Vorträgen. Er war Redner im Mainzer Carneval-Verein, bei den Hofnarren und im Humoristischen Thierkreis; bei den Hofnarren und beim Humoristischen Thierkreis führte er auch zeitweise die Präsidentschaft.

Bekannt war Klingelschmitt als der "Maler Ölgrün" zur Fastnachtszeit. Im Beiblatt Moguntia des Neuen Mainzer Anzeigers verfasste er humoristische Beiträge unter der Rubrik "Oelgrün".

Zusammen mit Carl L. Volk und M. Schwenck gab er zwischen 1880 und 1881 die Mainzer Carneval-Zeitung Philisterpeitsche. Organ für Narrheit, Einigkeit! heraus.

Am 14.12.1892 erlag Franz Klingelschmitt im Alter von 57 Jahren einem Nervenleiden.



Seitenanfang
Portrait| Dichter| Humorist| Bildhauer
Sitemap| Suche| Kontakt
Mainzer Sand Max Ginner M.U.L.E.